Aufmerksamkeit ist eine Quelle von Befriedigung. Die Wege, sie zu erhalten, haben sich verändert. Soziale Medien versprechen allen die Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erhalten.
Es gibt mehrere Wege, Aufmerksamkeit auf Social Media zu erhalten. Sie unterscheiden sich je nach Plattform, in Bezug auf Inhalt, Darstellung und Intensität. Das Kennzahlen sind aber praktisch gleich: Verbindungen, Views, Likes, Follower, Impressionen oder welche Variante auch immer propagiert wird.
Dennoch fühlen wir uns durch soziale Medien weder besser verbunden noch sind wir es. Wir sind auf eine andere Art von Verbindung eingestellt. Viele empfinden den Aufwand als vergeblich, die Ergebnisse als enttäuschend.
Einige erhalten aber grosse Aufmerksamkeit auf Social Media. Sie sind dort scheinbar zu Hause und nutzen es für ihre Zwecke: für eine Form von Erfolg. Sie haben erkannt, dass man, um Aufmerksamkeit auf Social Media zu gewinnen und sie zu nutzen, vier einfache Schritte befolgen muss:
1. Zuhören – also anderen Aufmerksamkeit schenken
2. Zustimmen – also deren Grad an Befriedigung weiter erhöhen
3, Ergänzen – die Ideen, Gedanken und Überzeugungen in die von ihnen bevorzugte Richtung weiterentwickeln
4. Hebeln – dies als Grundlage für die eigenen Ziele nutzen, indem man sie darin verwebt
Klingt berechnend? Ist es auch. Das schafft keine echte Verbindung zu anderen Menschen. Es dient dazu, transaktionalen Erfolg zu erzielen, nicht jedoch ein Gefühl von Verbundenheit. Damit wird auch das zuvor schwer erklärbare Gefühl mangelnder Verbundenheit plötzlich erklärbar: Dafür ist Aufmerksamkeit auf Social Media nicht gemacht.
Gute Kommunikationsberatung versteht, was das Aufmerksamkeitsspiel leisten kann. Und wie es gespielt wird.
